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Im Eisentropfen zum Erdkern?

Mit einer neuen Methode meint David Stevenson, Professor am California Institute of Technology, den Kern unseres Planeten erreichen zu können.
Der gebürtige Neuseeländer plant, eine hitzebeständige Sonde von der Größe einer Grapefruit in einen riesigen Keil aus einer geschmolzenen Eisenlegierung einzubetten. Dafür müsste mit einer Energie, die einigen Megatonnen TNT oder einer Atombombe entspricht, eine künstliche Erdspalte aufgesprengt werden, um das flüssige Metall einleiten zu können. Um auf eine nukleare Sprengladung verzichten zu können, so Stevenson, ließen sich auch seismische Spannungszonen dazu nutzen.
In den künstlichen Erdspalt müssten zwischen zehntausend und zehn Millionen Tonnen flüssiges Eisen gekippt werden. Dies entspräche der Eisenmenge, die weltweit in einer Stunde beziehungsweise einer Woche aus den Hochöfen fließt.
Wäre der erzeugte Riss mindestens zehn Zentimeter breit und etwa 300 Meter tief, hätte der Keil ausreichend Eigengewicht, um sich selbst voranzubewegen. Mit der Geschwindigkeit eines Joggers würde er, so der Forscher, den äußeren Erdkern innerhalb einer Woche erreichen. Dabei würde der "Riesentropfen" die unter ihm liegenden Gesteinsschichten schmelzen lassen, während sich die Erdmassen über ihm wieder schließen würden. Er wäre also sowohl selbstfortpflanzend - nach unten - als auch selbstverschließend - nach oben.
Auf dem Weg ins Erdinnere soll die in den Keil eingebettete Sonde mittels seismischer Wellen Messdaten über Temperatur, elektrische Leitfähigkeit und chemische Zusammensetzung des Erdmantels und des Erdkerns an ein Empfangsgerät an der Oberfläche senden. Die notwendigen Mikromessapparaturen für eine solche Mission müssten laut Stevenson allerdings erst noch entwickelt werden.
Aber trotz des gigantisch anmutenden Aufwandes, so der Wissenschaftler, sei das Projekt bescheiden im Vergleich zu einigen Raumfahrt-Programmen, die sich noch dazu mit eher erdfernen Problemen beschäftigen. Utopie wird es aber wohl dennoch erst einmal bleiben.