HomeDie Reise 06Fotos und VideosSpielortPressePartnerKontakt2007Wissenschaftliches

Die Vision
Das Innere der Erde
Expedition zum Erdzentrum
Richtung Erdmitte
Im Eisentropfen zum Erdkern?
Die Forschung
Höhlen
Wissenschaftliche Beratung

Richtung Erdmitte

Beim Bau eines Zugangs zum Zentrum der Erde müsste man sich durch unterschiedliches Material arbeiten: Zuerst durch Lockerboden, dann durch immer härter werdende Gesteinsschichten. Weiter in der Tiefe wäre das Gestein dann flüssig, direkt im Inneren Erdkern wieder fest.
Beim Graben eines Schachtes zur Erdmitte würden unvorstellbare Mengen an Abraum anfallen - schätzungsweise vier Fuhren gewaltiger Kipplader pro Stunde, insgesamt 36 Millionen Wagenladungen. Würde man dies alles auf eine Halde kippen, entstünde ein riesiges Gebirge.
Mit jedem Kilometer, den man tiefer käme, stiege zudem die Temperatur um 30 Grad Celsius. Zum Bohren wäre es bald zu heiß und Unmengen an Energie wären nötig, um die Felsschichten aufzuschmelzen. Aber selbst wenn die Energie zur Verfügung stünde, würde es mit diesem Verfahren länger als 1.000 Jahre dauern, einen Schacht zum Erdkern herzustellen.
Im Zentrum der Erde herrschen zudem Temperaturen von fast 5.000 Grad Celsius. An einen derart heißen Ort kann man nur gelangen, wenn man die gewaltige Wärmeenergie ableitet, der das Erkundungsfahrzeug ausgesetzt wäre. Unvorstellbar erscheint die Möglichkeit, ausreichende Mengen Kühlmittel Tausende von Kilometern in die Tiefe zu pumpen.
Die Druckverhältnisse würden ein weiteres Problem darstellen. Bisher wurde noch kein Fahrzeug konstruiert, das dem Druck im Erdinneren gewachsen wäre. Schon nach wenigen Kilometern wäre er viel zu hoch für jede Art von herkömmlicher Technik. Besonders schwierig wäre der Eintritt der Geräte in das glühende Magma, das mit ungeheurer Gewalt an der Bohrstelle nach oben streben würde.
Zudem ist es nahezu unmöglich, einen "geraden", also lotrechten Schacht in die Erde zu bohren. Verdeutlichen lässt sich dies in etwa so: steckt man eine einzelne Stange in den Boden, ist das Loch, das entsteht, so gerade wie diese Stange. Um tiefer vorzudringen, müssen nun nach und nach weitere Stangen auf die erste gesteckt werden. Die Gesamtlänge des Schachtes nimmt dadurch zu – er wird aber durch das "Teleskop-Prinzip" mit jedem neuen Teilstück instabiler. Je länger der Schacht wird, desto schlechter wird also die Kontrolle über die Bohrung im Erdinneren. In gleichmäßig weichem Boden ist das kein Problem, aber je uneinheitlicher und härter die Gesteinsbeschaffenheit ist, desto schwieriger wird es, die Bohrerspitze in der Bahn zu halten. 
Pionierarbeit in Grundgebirge hatten sowjetische Wissenschaftler und Ingenieure auf der Halbinsel Kola geleistet. Sie stießen bis in 12.260 Meter Tiefe vor. Die Abweichung von der Lotrechten betrug jedoch bis zu 840 Meter, was umfassende Untersuchungen und aussagekräftige Messungen praktisch unmöglich machte.